Vom Nicht-Können und vom Möglichen

Zum Abschied aus der Klinikseelsorge hielt Pfarrerin Silke Heckmann aus Markgröningen eine Predigt zu Markus 9, 14 - 29.

Unter anderem heißt es darin: "Klinikseelsorger gehören nicht auf die Seite des Könnens. Sie sind wie die Jünger: Sie können's nicht. Damit meine ich nicht, dass wir keine Fähigkeiten haben oder nicht hilfreich sein können, wir sind gut ausgebildet und arbeiten unter hohen Ansprüchen an unsere Professionalität. Aber wir sind wie die Jünger. Sie konnten's nicht. Unser Dienst ist nicht an Erfolgen messbar. Ein Gelingen eines Gesprächs ist nicht planbar oder vorhersehbar, eine Begegnung von Mensch zu Mensch ist in ihrer Vielschichtigkeit und auch spirituellen Dimension nicht standardisierbar, gelingend wiederholbar und nur schwer in Verfahrensanweisungen zu beschreiben. Wir sind uns der Grenzen unseres Könnens bewusst, müssen aber an ihnen nicht verzweifeln, weil wir das kleine Wort 'möglich' ernst nehmen. Darin sind wir Klinikseelsorger auch wie der Vater: Vertrauen auf das Wort: Alles ist möglich, dem der da glaubt.

Wir erleben hier täglich Wunder; wir sind Zeugen von Wundern, gewürdigt dies mitzuerleben. Wir sind Zeugen von Heilung, die mehr ist als gesund werden, wenn jemand hineinfindet in sein Leben, auch wenn körperliche Einschränkungen bleiben. Wir sind Zeugen von Auferstehung - hier in der Orthopädie im wahrsten Sinne des Wortes, wenn einer nach langer Zeit wieder aufstehen kann."