Seelsorge - Muttersprache der Kirche

Kirchenrätin Dr. Karin Grau, Stuttgart

 

"In der Seelsorge gerät die Theologie auf den Prüfstand. Sie kommt dabei auch manchmal ganz zum Schweigen, ist einfach nur noch da. Aber irgendwann finden sich wieder Worte, weil ein Anderer sie gibt, weil uns ein Anderer/eine Andere ruft, weil eine Botschaft von Liebe in der Welt schwingt, weil es eine andere Spur gibt in der Welt: die Spur des Vergebens, des Neuanfangens, des Aufatmens und Loslassens. Davon lebt Seelsorge. Und weil sie sich aus anderen Quellen speist und sich daraus immer wieder erneuert, ist sie eine Riesen-Ressource für die Kirche. Seelsorge verlässt sich auf das Versprechen, das der Nazarener gegeben hat: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind...
 
Klinikseelsorge ist die aller-notwendigste Seelsorge, ist Seelsorge am hochkomplexen Ort, ist Seelsorge "par excellence". Durch Klinikseelsorge entsteht Gemeinde: geistliche Gemeinschaft im Aufwachraum, Abendmahlsgemeinde auf 12 m². Klinikseelsorge kann – ja, ich denke, sie muss, - das Seelsorgethema in den Gemeinden wiederbeleben. Es gibt keinen krisenfreien Raum mehr; in jeder Familie lauert ein Thema."
 
Dr. Karin Grau am 07.10.2010 bei der Vollversammlung des Konvents der Krankenhaus- und Kurseelsorgein Bad Boll

 

 

Unter dem Titel "Seelsorge - Muttersprache der Kirche" fand im November 2009 ein EKD-Workshop statt. Dort wurde Seelsorge als "Zukunftskompetenz der Kirche" bezeichnet und auch kritisch aus der Sicht anderer Professionen beleuchtet.

 

Dokumentation